Seit ich in Südafrika bin, teilt mir kein Häuschen auf dem
Handy-Display mehr mit, wo ich zu Hause bin. Das muss ich jetzt ganz ohne o2
herausfinden… und habe entdeckt: Es ist gerade wirklich hier!
Seit ich Anfang Juni umgezogen bin, fühle ich mich voll und
ganz für den Winter gerüstet. So sehr ich Woodstock, den Wind, den Hafen, den
Geruch von Fisch und Salz, die schreienden Taxifahrer und sogar den wirklich
sehr unmusikalischen, wenn auch engagierten, Muezzin ins Herz geschlossen habe
– meine WG im zentralen Stadteil Vredehoek bietet mir ein gemütliches zu Hause
mit großer Badewanne, einen Esstisch in der Küche, einem großen Wohnzimmer,
sogar einem Innenhof und einem Ganzkörperspiegel in meinem Zimmer (alles Dinge,
die ich vermisst habe…), und vor allem mit sehr netten Mitbewohnern!
Außerdem hatte ich
ganz vergessen, wie sehr es die Lebensqualität steigert, im eigenen Wohnviertel
nicht als Prostituierte behandelt zu werden – in den letzten Wochen wurde die
respektlose Behandlung meiner Mitmenschen einer der Hauptgründe für den Umzug.
Umso mehr genieße ich jetzt den „Aufstieg“ in das ruhige, junge Viertel direkt
am Fuß eines der 7 Weltwunder – wer es zu mir hoch geschafft hat, hat die
Generalprobe für den Tafelberg bestandenJ
Vredehoek ist sehr anders als Woodstock und man merkt, dass Geld da ist –
eigentlich ein Grund für mich, nicht hierher zuziehen. Aber mit meinen 2
Taschen im Gepäck behalte ich mir vor, im Sommer einfach wieder näher zum Meer
zu ziehen und außerdem jetzt endlich mal meine Vorurteile gegenüber den
wohlhabenden Stadtteilen loszuwerden/bestätigt zu bekommen...
Mein Mitbewohner Malcolm ist südafrikanischer Jude, Duygu is
Deutsch-Türkin – über die Religion der Dritten im Bunde, die ich noch nicht
getroffen habe, kann ich nur spekulieren J
Ich freu mich auf unsren ersten Braai und genieße schon jetzt das Privileg,
alle Rugby-Spiele von Malcolm erklärt zu bekommen und so endlich etwas ähnliches
wie Sinn in dem schlammigen Durcheinander auf dem Bildschirm zu sehen…
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| Big Cheeeese... Mein verrücktes Hillsong-Team beim social |
Abgesehen davon hatten wir doch noch überraschend ein paar perfekte, sonnige
Spätsommerwochen, die mir noch unter anderem einen wunderschönen, unbeschwerten Sonntag in
Blouberg am „Postkartenstrand“ beschert haben. Zwischen den Gottesdiensten mit
Freunden schnell in ein Taxi quetschen, zu lauter Musik an den Strand fahren,
KFC kaufen und im Sand essen, die Wassertemperatur testen, Fotos machen und
später mit sandigen Füßen und Salz in
den Haaren wieder bei Hillsong zu sitzen: Definitiv homezone!
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| Eulenda und ich am Bloubergstrand |
Meine Postadresse ändert sich erst einnmal nicht :)


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