Montag, 23. Januar 2012

Meine Aufgaben bei Real Youth International:

Als ich mich letztes Jahr dafür entschied, RYI zu unterstützen und mich vor Ort für den Aufbau dieser jungen NGO einzusetzen, brachte ich 2 ½ Jahre berufliche Erfahrung im Bereich von (internationalen) Freiwilligendiensten mit und ein Herz für das Land Südafrika. Emma meinte: Das reicht!, und so buchte ich den Flug nach Kapstadt.
Meine Aufgaben hier sind schwerpunktmäßig der Aufbau von einem Netzwerk nach und in Deutschland, das vor allem auf den Einsatz und die Begleitung von Freiwilligen aus Deutschland in Projekten in den Townships abzielt. Hand in Hand damit gehen Maßnahmen zum Fundraising sowohl in Cape Town als auch in Deutschland und ein enges Zusammenarbeiten mit örtlichen Organisationen und Kooperationspartnern.
Praktisch heißt das zur Zeit: ich führe zwei Blogs über meine Arbeit, versuche, ein Auto aufzutreiben (und das Geld dafür), liefere Emma Texte für die homepage, entwerfe Material und Formulare für die Freiwilligenprogramme, kontaktiere Organisationen in Deutschland, kurbele die Anerkennung als weltwärts-Einsatzstelle an, schreibe, übersetze, besuche die Projekte in Khayelitsha, entwickle mit Dumisani zusammen kreative Ideen, um die politische Gemeinde auf uns aufmerksam zu machen und finanzielle Unterstützung zu erhalten (Events, Turniere, Medienpräsenz...), suche eine Unterkunft, um Freiwilligen aus Übersee ein zu Hause zu bieten, entwickle Methoden zur Begleitung derselben, besuche andere NGOs in Khayelitsha und stelle ihnen unsere Arbeit vor, lese mir Wissen über Fundraising und Management an usw.
Die Herausforderung besteht darin, keinen Chef zu haben, der einem sagt, was man tun soll, sondern zwar ein Team zu sein, aber trotzdem selbstständig zu arbeiten. Die Devise und der Motor einer NGO: Wenn man nicht arbeitet, wird auch kein Geld reinkommen. Je mehr man sich bemüht, desto mehr kann man realisieren. Das ist spannend und Neuland für mich – teilweise arbeite ich ja praktisch wie eine Freiberufliche und setze die Prioritäten selber. Aber ich entdecke: Diese Arbeitsmethode setzt ganz neue Kräfte frei!
Mein Fazit bisher: Es ist ein Job, in dem ich hundertprozentig das einsetzen kann, was ich an Interessen, Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringe und der mich begeistert, weil er einem Ziel dient, von dem ich überzeugt bin. Abgesehen davon ist es eine unglaublich abwechslungsreiche Tätigkeit, bei der ich viel unterwegs bin und Kontakte knüpfe, was ich schon von meiner Arbeit für den Deutschen EC-Verband gut kenne und genieße! Ich freue mich darauf, Euch auf dem Laufenden zu halten.
Danke für Euer Interesse an meiner/unserer Arbeit! Rückfragen können auch gern an mich direkt gestellt werden: kornelia.bernick(at)gmx.de

Real Youth International

Über uns:
  • Kahutando“ wurde 2006 von Emma Horgan gegründet und ist seit 2009 offiziell registriert
  • Kahutando benennt sich gerade in „Real Youth International (RYI)“ um, unter anderem, um im internationalen Raum flexibler und offener arbeiten zu können
  • Team: Emma Horgan (mit mobilem Büro in Auckland, NZ und Cape Town, SA), Dumisani Wambi und Kornelia Bernick (beide in Cape Town, SA)
  • Schwerpunkt: das überwiegend schwarze Township Khayelitsha bei Cape Town
RYI setzt Sport-und Kunstprogramme ein, um Jugendlichen ein zielgerichtetes und selbstbestimmtes Leben in Townships in Südafrika zu ermöglichen und ihnen eine Perspektive zu bieten

Vision: Real Youth International sieht eine Zukunft in Jugendlichen aus Townships, die an sich selbst und an ihre Fähigkeiten glauben und an die Möglichkeit, Grenzen zu überwinden um Träume zu erreichen. RYI glaubt an ein Zusammenleben in Townships, das von Vorbildern geprägt ist, die die nachfolgende Generation inspirieren und wiederum zu Vorbildern machen.
  • aktive Einbindung der Jugendlichen in die Gemeinwesenarbeit vor Ort in Form von freiwilligem Engagement, mit dem sie weitergeben können, was sie gelernt haben.
  • Förderung von Respekt vor der Gesellschaft und sich selbst, der vor allem darin münden soll, nicht in Kriminalität oder Gangs involviert zu sein.
  • Alternativen und ein freier Zugang zu Freizeitaktivitäten und -programmen.
Mission:
  • Bildung, Inspiration, Unterstützung und Bevollmächtigung verarmter Jugendlicher durch Sport- und Kunstprogramme
  • Ergänzung der Programme durch tertiäre Bildung und die Förderung sozialer Kompetenzen
  • Ziel: Stärkung des Selbstwerts, Perspektivenvermittlung = Vorbeugen von Schul-drop-out
Strategie: Installation von Sportprogrammen als Grundlage für die Arbeit mit Jugendlichen.
  • Das Angebot von Basketball-AGs und Trainingslagern fördert Teamgeist, Zeitmanagement, Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationskompetenz.
  • Für die Arbeit setzt RYU – gemäß der eigenen Vision – Freiwillige aus dem Townships selbst und aus dem internationalen Bereich ein und arbeitet erfolgreich mit Organisationen aus Übersee zusammen.
Perspektive:
  • Ausdehnung auf weitere Townships
  • weitere Projekte (Hip-Hop-Club, Kreativgruppen Jugendzentrum) 

    Infos gibt’s unter www.realyouthint.com (noch im Aufbau)
    Wöchentliche Berichte aus Khayelitsha: www.konni-in-capetown.blopgspot.com
    Ein offizieller Blog, der auf englisch geführt wird, wird in Kürze veröffentlicht.
     

Montag, 16. Januar 2012

"Welcome Home!"

So verabschiedete sich eine Mitreisende von mir, als ich nach einer zehntägigen Reise und 26 Stunden im Bus wieder in Cape Town ankam – Nieselwetter, grauer Himmel und keine Bleibe für die nächste Nacht. Ich war mir nicht sicher, ob sie es ernst meinte – sie selbst war mehr als glücklich, endlich wieder in der Heimat zu sein (Capetonians neigen dazu, poetisch zu werden, wenn es um ihre „Mother City“ geht).
„This place I call home“ - so titelt eine große Firma auf einem überdimensionalen Werbeplakat und hängt es mitten in der Stadt auf. Wo genau dieses zu Hause ist, muss jeder selbst herausfinden. Nicht wenige der Menschen, die täglich unter dem Plakat vorbeigehen, haben kein Haus, kein Zimmer, zu dem sie abends zurückkehren.
„A home far away from home“ - das war der Slogan eines hostels in den Drakensbergen, in dem ich für ein paar Tage wohnte. Ein heimeliger Kamin, selbstgebackener Schokoladenkuchen und farbenfrohe Bettdecken – da fühlten sich vor allem Deutsche und Franzosen zu Hause :)
Und dann die zahllosen Weltreisenden, die ich jeden Tag treffe. Ich wusste gar nicht, wie viel Verkehr auf den Routen Dubai-Cape Town-Buenos Aires-Montreal-Tokio-Auckland-Sidney-Delhi - (…) ist! Und wie befreiend es für viele Menschen heute ist, keine Heimat zu haben. Viele der Reisenden konnten mir die Frage nach ihrer Meldeadresse nicht oder nur in 10-minütigen abenteuerlichen Kurzbiografien beantworten.
„Home“ - schließlich dieses Wort, das auf dem Infoheft der Hillsong Church von Cape Town prangt und auf meinem Sitz lag, als ich letzten Sonntag zum ersten Mal den Gottesdienst besuchte. Ob dieser Ort eine Heimat für mich sein kann, werde ich in den nächsten Wochen herausfinden – Hillsong bietet dafür so nette Dinge wie Strandparties und Braai- (=Grill-) Abende an...
Den ersten Schritt Richtung neue Heimat habe ich schließlich letzte Woche gemacht. Ich wohne seit Donnerstag bei einer Familie in Woodstock, das ist ein Stadtteil der Innenstadt Cape Towns. Nach vielem Suchen und Überlegen habe ich mich dafür entschieden, erst einmal zentral zu wohnen und von dort aus meine Arbeit zu beginnen. Jetzt nenne ich ein kleines, aber schönes Zimmer in dem Häuschen von Marchelle und Yen mein Eigen. Yen kommt aus dem Kongo und ist schwarz, Marchelle kommt von hier und ist farbig, sie haben zwei kleine Kinder, die aber im Internat wohnen und nur am Wochenende da sind. Zusammen sind wir damit wohl eine recht repräsentative „Familie“ für diese Stadt; gleich am ersten Tag wurde mir immerhin erklärt, dass ich nun zur Familie gehöre (das schließt Privilegien wie das Benutzen des Autos und/oder das Ausnutzen von Yen als „Driver“ mit ein...). Jetzt habe ich mein Zimmer bezogen, die Wäsche gewaschen, meine Fotos aufgehängt und Milch für den Kühlschrank gekauft – was für ein Gefühl nach 4 Wochen Nomaden-Leben! Mein Kopf fühlt sich etwas verwirrt an, nachdem mir die zahlreichen komplizierten Schließmechanismen der Außentüren und das Bedienen der Toilettenspülung erklärt wurde. Aber immerhin – es hängt wieder ein Schlüssel an meinem verwaisten Schlüsselbund.
Es ist Zeit, eine erste Woche in der neuen Heimat zu verbringen und nach und nach zu entdecken, wo ich hier eigentlich gelandet bin. Vielleicht ja zu Hause?!
„Das Zweitschönste in der Welt ist, sich treiben zu lassen. Das Schönste ist, seinen Platz gefunden zu haben.“

Samstag, 7. Januar 2012

Am Ende des Regenbogens

Südafrika, die Rainbow-Nation, verklärt von wohlhabenden Rentnern, bestaunt von abenteuerlustigen Travellern, gefürchtet von weißen Einheimischen, die dies ihr zu Hause und doch nicht ihre Heimat nennen, angepriesen von Reiseunternehmen, stolz präsentiertes Vorzeigemodell von Entwicklungshilfeprogrammen – was weiß man eigentlich über dieses Land, außer dass es schwindelerregende Kriminalitätsraten und eine zweifelhafte historische Vergangenheit vorzuweisen hat?
Die Regenbogennation am Kap der Guten Hoffnung besteht aus vielen Schichten. Sie mögen nach außen einen einnehmenden, faszinierend exotischen Mix der Kulturen ergeben, die zahlreichen unterschiedlichen ethnischen Gruppen. Es ist sehr leicht, dieses Land zu lieben und wegen seiner Naturschönheit und unglaublichen Menschen ins Herz zu schließen.
Doch wagt man auf der Reise durch dieses Land einen ernsthaften Blick hinter die Fassade der Gesellschaft, erwartet einen eine Wahrheit, die die Safari- und FlipFlop-Idylle gehörig trübt.
Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage: Seit ich (wieder) in Südafrika bin, frage ich mich jeden Tag: Was ist eigentlich los in diesem Land, warum zeigt es mir eine derart boshafte, gnadenlose Seite von sich, sobald ich mich außerhalb der touristischen comfort zone aufhalte? Der offene Rassismus, der mir in weißen Clubs, farbigen Townships und schwarzen Shoppingmalls begegnet, scheint alles, was Nelson Mandelas Generation an idealistischem Gut in die Menschen eingepflanzt hat, zu verleugnen. Es ist, als ob jede alltägliche Begebenheit im Hintergrund auf folgenden Fragen basiert: Welche Hautfarbe hast Du? Welche habe ich? Was machst Du hier, in meinem Wohngebiet? Und was kann ich tun, um Dich an Deine Grenzen zu erinnern? Der motivierten, offenen Einstellung, die junge Menschen mit in dieses Land bringen, wird mit unverhohlenem Hass oder verbittertem Zynismus begegnet. Gemischte Paare berichten von verbalen Attacken in der Innenstadt von Cape Town, Weiße reden über ihre schwarzen Mitbürger nur als „die da“ (es gibt ganz klar ein „wir“ und ein „sie“), und auch die Coloured Community, die Mischlinge, deuten misstrauisch in beide Richtungen – schwarz und weiß – und beantwortet die Situation mit Gewalt und erbitterten Rivalitäten.
Aufmerksame Besucher können dieses Dilemma bereits vom Tafelberg aus geografisch erspähen. Zu Ihrer Linken: schöne Strände, sichere Vororte, Geld und Privatschulen. Zu Ihrer Rechten, ja, genau, irgendwo da hinten: Baracken, Terror, Drogen, Aids und Schulen, die eher an ein Gefängnis erinnern.
Es wird Zeit sich der Frage zu stellen, was aus der Regenbogennation werden soll. Was für ein Volk soll am Ende des Regenbogens stehen? Wer wird es regieren? Welche gesellschaftlichen Herausforderungen wird es gemeistert haben? An welchen ist es gescheitert?
Denn eines ist sicher: Der Regenbogen wird ein Ende haben. Ich spüre es, wenn ich mit Menschen rede, wenn ich sie in ihren Häusern besuche, ihr Essen esse und ihre Feste feiere. Ich merke es, wenn ich ihre Taxis benutze, ihr Geld in ihre Hand zähle oder ihre Kirchen besuche. Der Frieden ist auf dünnem Boden gebaut. Mandelas Versöhnungspolitik mag halten, solange seine lebendige Präsenz da ist. Aber eines Tages werden die kritischen Blicke die Überhand nehmen, fürchte ich, wenn nicht das, was nach außen gewollt ist, auch nach innen umgesetzt wird.
Ich wünsche mir und jedem Bürger dieses Landes, dass er seinen Beitrag dazu leisten kann, um den Frieden zu schaffen, den Südafrika verdient hat. Das unglaubliche Potential, das in den Menschen und den Strukturen liegt, soll nicht an vererbten Vorurteilen zu Grunde gehen. Die Hoffnung am Kap ist trotz allem eine gute.

Freitag, 6. Januar 2012

My friend Moe and her family

Table Mountain

Table Mountain  by Konni am Kap
Table Mountain , a photo by Konni am Kap on Flickr.

IMG_0233

IMG_0233 by Konni am Kap
IMG_0233, a photo by Konni am Kap on Flickr.

IMG_0256

IMG_0256 by Konni am Kap
IMG_0256, a photo by Konni am Kap on Flickr.

Cape Town - Long Street

Cape Town - Long Street by Konni am Kap
Cape Town - Long Street, a photo by Konni am Kap on Flickr.

Weihnachten

Weihnachten  by Konni am Kap
Weihnachten , a photo by Konni am Kap on Flickr.

Drakensberg

Drakensberg by Konni am Kap
Drakensberg, a photo by Konni am Kap on Flickr.

IMG_0461

IMG_0461 by Konni am Kap
IMG_0461, a photo by Konni am Kap on Flickr.

Lesotho - der höchste Pub Afrikas