Es war das Wochenende des großen
vierjährigen Jubiläums – eine lange geplante und erwartete Feier, sozusagen die
Party des Jahres bei Hillsong Cape Town. Bis letzten Freitag Abend einer meiner
Freunde verschwand und nicht mehr auftauchte. Die Tatsachen, dass sein Handy
tot war, er nach dem Kino nie zu Hause angekommen ist und sich bei niemandem
meldete (ich füge hinzu: PLUS die Tatsache, dass dies Südafrika ist), ließen
auf ein Verbrechen schließen.
Mondli ist in meinem 10 a.m. welcome-Team
und leitet das welcome-Team um 5 p.m. Er gehört für mich zu den Personen, die
den Sonntag für jeden, der ihm über den Weg läuft, zu einem besseren Tag machen
– er ist die Fröhlichkeit in Person und einer dieser Menschen, die jeden
kennen. Dass gerade er nun derjenige war, der am Samstag bei der Polizei
vermisst gemeldet wurde, dessen Foto überall erschien und der mit Helikoptern
überall gesucht wurde, war für uns alle unvorstellbar, absurd und in einem Wort
ein Alptraum.
Der Sonntag war davon
überschattet, aber erstaunlicherweise keinesfalls beeinträchtigt worden. Im Gegenteil,
diejenigen von uns, die ihn kennen und Bescheid wussten, haben sich den ganzen
Tag über immer wieder zusammengefunden, geredet, gebetet und gehofft. Es hat
uns natürlich sehr getroffen, nicht zu wissen, ob ein Freund noch lebt oder
schon irgendwo tot im Graben liegt. Wir konnten nicht glauben, dass er nicht
jeden Moment mit seinem Grinsen reinmarschiert und mit seinem typischen „come
on!“ alle zum Lachen bringen würde. Noch weniger aber wollten wir glauben, dass
er nicht wieder heim kommt, und haben uns deshalb entschieden, mit noch größerer
Willenskraft den Sonntag zu begehen. Zwischen
Entschlossenheit und Hoffnung – so könnte man es wohl nennen.
Dadurch ist nicht nur ein
Zusammenhalt der besonderen Art gewachsen – ich war auch beindruckt, wie
Hillsong sich des Falls angenommen hat und innerhalb von Stunden ein Team auf
die Beine gestellt hat, das viele praktische Dinge in die Hand genommen hat.
Wir sind dieses Wochenende noch mehr als sonst eine Familie gewesen. Als sich Montag
herausstellte, dass er wohl entführt worden ist, wäre vielen von uns die Panik
ausgebrochen, hätten wir nicht den Rückhalt von so einer großen Gemeinschaft
gehabt.
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| Mondli und ich am Strand |
Montag Abend kam dann die
erlösende Nachricht: Mondli ist gefunden worden und lebt. Es geht ihm wohl
nicht so gut, und er hat traumatische Erfahrungen hinter sich, aber er ist in
Sicherheit. Mehr weiß im Moment niemand, er wird vor zu viel Aufmerksamkeit geschützt
und muss sich natürlich erstmal erholen. Aber das Wunder ist geschehen: In
einem Land, in dem Menschen für ein paar Schuhe umgebracht werden, ist ein Mensch
nach 3 Tagen heimgekommen! Ich bin mir sicher, dass wir schon bald wieder sein „Come
on!“ hören dürfen – und dass wir alle in Zukunft noch vorsichtiger unterwegs
sind. Ja, ich stehe noch unter Schock, und Essen und Schlafen muss sich noch normalisieren. Aber dieses Jubliäum war unvergesslich! "A test that becomes a testimony"!
Nach diesem Wochenende ist mein
Glaube an Wunder unendlich. Und meine Dankbarkeit für meine „Familie“ hier vor
Ort auch. Vor allem aber mein Vertrauen in Gott.


