Wer sich in den vergangenen
Wochen gefragt hat, ob meine Posts irgendwo im www hängen geblieben sind: Die (ungeplante)
Abwesenheit meiner literarischen Beiträge vom anderen Ende der Welt sind eigentlich
das beste Beispiel dafür, was in diesem Land in der „festive season“ passiert.
Ist der Sommer erst einmal
richtig da (und er kam spät 2012, erst im Dezember so richtig), kennt keiner
mehr ein Halten. Wer nicht nach Hause ins Eastern Cape/Durban/Johannesburg
fährt, um Familienfest im sagen wir mal größeren Rahmen zu feiern, ist entweder
nicht aus Südafrika oder aber ein Opfer des Kapitalismus und muss an
Weihnachten arbeiten.
Bei mir traf beides zu, dennoch
hatte ich das Glück, die Weihnachts- und Neujahrszeit mit meinen engsten
Freunden hier verbringen zu können. Ich war also irgendwie auch „abwesend“ und
habe mich mit treiben lassen – an den Strand, zum Grillen, an den Strand, zum
Wandern, an den Strand…
Es war ja nun längst nicht mein
erstes Weihnachtsfest fern von der Heimat, aber wer schon einmal diese Zeit des
Jahres ohne Familie verbracht hat, weiß was ich meine wenn ich sage: Es fühlt
sich ein wenig an als wäre man 12 und würde zum ersten Mal alleine eine Jeans
einkaufen gehen. Dieses belebende Gefühl der Freiheit resultierte in einer Poolparty
mit einem Berg Essen und vielen lieben Menschen, die alle mehr oder weniger
auch ohne Familie waren. Geschenke, Weihnachtslieder, Schokolade – alles war
da. Nur eines fehlte: Die Weihnachtsstimmung.
Cape Town hat rauschend in das
neue Jahr gefeiert und geschätzt ein Monatsgehalt von Helen Zille verböllert. Nun
ist Januar, das Stiefkind des Kalenderjahres – vergleichbar mit dem Urlaubsloch
nach 3 Wochen in den französischen Alpen. Das Geld ist aus und die Party vorbei
– wer jetzt noch Geld ausgibt, ist Ausländer, soviel ist gewiss. Auf meinem
Heimweg von der Arbeit schleiche ich mich vorbei an stillen Supermärkten, geschlossenen
Banken und – am erschreckendsten von allem: leeren KFCs. Der obligatorische Blick
über die Schulter wird wieder etwas ernster genommen, im Laufschritt geht es an
grauen Gestalten am Straßenrand und in Häuserwinkeln vorbei. Der Wocheneinkauf
ist der Vernunft unterlegen und auf den Teller kommen Senfeier und
Fischstäbchen mit Erbsen und Möhren – offiziell als günstige
Ernährungsalternative, für mich aber insgeheim zugegenermaßen ein Stückchen Heimat :)
Zum Beginn dieses Jahres habe ich
endlich mit einer Freundin zusammen ein eigenes Postfach. Wer mag, kann mir
gern schreiben. Nur Schokolade hat sich in den letzten Wochen nicht gut gemacht
und kam in der Konsistenz von dm-Gesichtsmasken an. Die Adresse findet Ihr
links!
Übrigens ist der 25. Januar Zahltag
und ich finde, er sollte zweiter Nationalfeiertag werden. Ich werde berichten,
welche Szenarien sich dann an den Banken abspielen – und natürlich auch bei KFC :)