Was die Leute so sagen, wenn sie hören, dass ich in Khayelitsha arbeite:
Deutsches Rentnerpaar, im Exil in Südafrika: Ist das nicht GEFÄHRLICH? Aber die Schwarzen sind ja ganz niedlich da, oder? Denen geht’s so schlecht, und sie sind trotzdem immer froh.
Schwarzer Südafrikaner: Willst Du mich heiraten? Ich möchte weiße Kinder!
Holländische Volontärin: Cool, wo denn genau? Ich hab mal in Site B, H-Section gewohnt!
Weißer Südafrikaner: Das ist zum Totlachen. Du bist verrückt. Ich werde kein Mitleid mit Dir haben, wenn Dir da was passiert. Außerdem sind die Leute da selbst Schuld, wenn sie keinen Job haben.
Verkehrspolizisten auf Streife (farbig und weiß), wir verbringen gemeinsam mit Freunden aus Khayelitsha einen Tag dort: Ihr wisst schon, dass das gefährlich ist, hier langzulaufen? Wer sind denn die da bei Euch? Kennt Ihr die? Wer ist der Tourguide? Wo geht Ihr hin? Wo wohnt Ihr? Man sieht Euch von 2 Kilometer Entfernung. Ihr fallt so auf. Seid bloß vorsichtig! (Wir haben uns dann vergeblich bemüht, diesen beiden zu erklären, dass wir hier Freunde besuchen.)
Amerikanischer Freiwilliger: Wie versorgen sich die Menschen da eigentlich so ohne Strom und Wasser? Und gibt es eine medizinische Versorgung für sie? (In Khayelitsha wurden eben erst eines der neusten und modernsten Krankenhäuser Südafrikas eröffnet. Es ist nur eines von vielen Krankenhäusern in diesem Township.)
Weiße Südafrikanerin: Du bist mutig (Lachkrampf). Und wie kommst Du dorthin? Mit dem Minibus Taxi?? (neuer Lachkrampf). Oh mein Gott. Das würde ich niemals machen!
Weißer Südafrikaner: Oh. Da gibt es viel zu tun.
Schwarze Südafrikanerin aus Khayelitsha: Haibo! Das ist ein guter Ort. Das ist gut, dass Du da bist!
Alle Angaben erfolgten ohne Gewehr und beruhen auf Tatsachen. Falls eine polarisierende Tendenz zu erkennen ist, betone ich, dass es sich hier um wörtliche (übersetzte) Zitate aus meinem Alltag handelt.
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