Samstag, 9. Februar 2013

Chicken Love


„Ich versuche gerade, mich gesund zu ernähren!“ , sagte meine Freundin auf die Frage, warum sie eine vegetarische Pizza bestellt habe (in Südafrika hat man in diesem Fall allen Grund zu der Annahme, dass etwas nicht in Ordnung ist). Ich schaute auf die von Käse, Öl und Avocados triefende Pizza und beließ es bei einem stummen Fragezeichen auf meinem Gesicht.

„Jenna  isst es nur heiß, das Hühnchen!“ erklärte mein Mitbewohner, als er voller Liebe ein halbes Hühnchen inklusive Knochen in die Mikrowelle steckte und danach auf einem Teller anrichtete. „Ohne ihr tägliches Hühnchen ist sie nicht dieselbe!“ Jenna ist eine 5-jährige Mischlingshündin, die mit uns im Haus wohnt.

„Sie mag einfach kein Gemüse!“ behauptet meine 25-jährige Freundin, als ihre 2-jährige Tochter selbstbewusst nach den Rippchen und dem Hühnerbein griff und vergnügt für die nächste Stunde mehr oder weniger zahnlose darauf herum kaute.

„Es ist rund und weich! Das reicht!“ erklärten die Camp Leiter beim Jugend-Sommercamp von Hillsong beim traditionellen Fußballspiel der beiden Clans gegeneinander. Natürlich haben sie mit voller Absicht ein ganzes gerupftes Hühnchen als Fußball ausgesucht. Was nach dem Spiel davon übrig ließ, kann man dann wohl als Geschnetzeltes bezeichnen.

Aber in einem Land, in dem Zuckerlimonade als „flavoured WATER“ bezeichnet wird und ein Sandwich, das aus braunem statt weißem Toastbrot besteht, als „health bread“, wundert mich eigentlich nichts mehr.

Doch, eines hat mich dann doch gewundert: Auf einer Schifffahrt durch den Hafen erläuterte der Kommentator gewissenhaft, dass es sich bei dem rot-weißen Gebäude auf der rechten Seite nicht um die KFC-Zentrale handelt, sondern um einen Leuchtturm.

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